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16.12.1916
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Kurze
Zeit nach der Übernahme der Regierung, am 16. Dezember 1916 traf
seine Majestät Kaiser Karl I. mit Gefolge in Oberdrauburg ein.
Die erste Reise an die Front als Kaiser und Oberster Kriegsherr. Bei
der um 11 Uhr vormittags erfolgten Ankunft in der Station Oberdrauburg
wurde Seine Majestät, auf der Plattform des Waggons stehend,
bei Ansichtigwerden unter Glockengeläute von der Bevölkerung
durch Hochrufe und Hüteschwenken jubelnd begrüßt.
Nach
Entgegennahme der militärischen Meldungen begab sich Seine
Majestät unter den Klängen des Generalmarsches zu dem
nächst dem Bahnhofe in Masse aufgestellten komb. Feldjägerbataillons
Major Schenks. Hier nahm Seine Majestät die Meldung des Kommandanten
und des Generalstabschefs der 94. Infanterietruppendivision, sowie
des Bataillonskommandanten Major Schenk entgegen. Die Begrüßung
der Kommandanten durch Seine Majestät war äußerst
herzlich. Hierauf begann die Besichtigung der Mannschaft des Bataillons.
Sämtliche im Kriege ausgezeichneten Soldaten sprach Seine Majestät
an und hatte für jeden ein gutes Wort. Volle zwei Stunden dauerte
die Besichtigung des Bataillons und unter den Klängen des Generalmarsches
und Hochrufen der Mannschaft nahm Seine Majestät Abschied von
diesem braven und kampferprobten Bataillon, um sodann die Huldigung
der Bevölkerung namentlich der Schuljugend entgegenzunehmen.
Die Begrüßung der Geistlichkeit, der Gemeindevertretungen
und Lehrerschaft war überaus herzlich und leutselig. Die liebliche
Tochter des hiesigen Oberlehrers und Schulleiters Johann Kaplenig,
namens Maria Kaplenig, hieß in einem Gedichte unseren Kaiser
willkommen und überreichte ihm einen Blumenstrauß, mit
Edelweiß geschmückt, den der Kaiser huldvoll lächelnd
entgegennahm. Die Huldigung der Schuljugend durch Absingen der Volkshymne
rührte den Kaiser sichtlich und er grüßte wiederholt
die Kinder. Unter den Hochrufen der Bevölkerung kehrte Seine
Majestät in den Hofsonderzug zurück, worauf um 2 Uhr nachmittags
wieder die Abreise in Richtung Villach erfolgte.
Am
31. Jänner 1917 fand im Gemeindesitzungssaale in Oberdrauburg
durch den Herrn k.k. Bezirkshauptmann Franz Siller v. Gambold aus
Spittal a. d. Drau die feierliche Überreichung von zwei kaiserlichen
Geschenken, und zwar an das Oberlehrertöchterchen Maria Kaplenig
in Oberdrauburg, die am 16. Dezember 1916 unseren jungen Kaiser
durch ein Gedicht und Überreichung eines mit Edelweiß
geschmückten Blumenstraußes huldigte, und an die ehrwürdige
Soldatenmutter Rosalia Schneeberger aus Irschen, welche 7 Söhne
und 3 Enkel ins Feld stellte, statt.
Erstere
erhielt eine goldene Halskette samt Medaillon mit den Allerhöchsten
Insignien und letztere ein Geldgeschenk von 500 Kronen und ein Madonnenbild.
Mit einer sinnigen Ansprache des Herrn Bezirkshauptmannes an die
Ausgezeichneten, worauf diese gerührt dankten, schloss die
schlichte Feier, an der auch die Angehörigen der allerhöchst
Ausgezeichneten teilnahmen.
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Wer kann Angaben darüber machen, was aus dem Oberlehrertöchterchen
Maria Kaplenig geworden ist?
- Fr. Anna Hoy - Oberdrauburg per E-Mail
Maria Kaplenig, verheiratete Csuray,
wohnt in Spittal/Drau (Information aus Schulchronik Oberdrauburg)
Anmerkung der Redaktion: Wir konnten
Frau Csuray im österr. Telefonbuch nicht auffinden. Es wäre
auch durchaus möglich, dass die ehemalige Maria KAPLENIG
bereits verstorben ist, ansonsten müsste sie jetzt bereits
über 90 Jahre alt sein.
- Fr. Rainer - Kleine Zeitung telefonisch
am 19.04.2006
Anläßlich einer Recherche
zu einem Artikel in der Kleinen Zeitung sei es ihr gelungen Frau
Maria Kaplenig in Spittal/Drau, 10. Oktoberstraße auszumitteln.
Frau KAPLENIG ist bereits 99 Jahre alt. Auf die Frage, ob sie
dem Kaiser die Blumen überreicht habe, habe sie geantwortet:
Ja, na und?
- Maria Csuray verstarb am 24.07.2006 im
Alter von 100 Jahren in Spittal/Drau und wurde am 27.07.2006 auf
dem Ortsfriedhof von Oberdrauburg beigesetzt.
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